Mit dem Segelboot um Mallorca und Menorca
Nach einer kurzen Anreise nach Mallorca bin ich entspannt und voller Erwartung gegen Mittag in Port de Soller, wo die „Chronos“ vor Anker liegt, angekommen. Obwohl ich erst gegen 18:00 Uhr auf dem Schiff einchecken kann, darf ich nach einer kurzen Begrüßung mein Gepäck meiner freundlichen Besatzung übergeben. Die zu überbrückende Zeit verbringe ich mit einem ausgiebigen Mittagessen und einem ersten kühlen Getränk.
Spontaneität wird hier groß geschrieben
Pünktlich zur Einschiffung finden sich die meisten Gäste an Bord ein. Das Erste was beeindruckt, ist die Größe des Schiffes. Mit 54 Meter Länge und einer Segelfläche von fast 1.000 qm wirkt die „Chronos“ weitaus größer als erwartet. Mallorcas und Menorcas Küstenlinie wird in den kommenden sieben Tagen unser Segelrevier sein, von Bucht zu Bucht, heute hier, morgen dort, ohne starren Reiseplan. Der Kapitän, so gibt er uns bei der Begrüßungsrede locker zu verstehen, entscheidet je nach Windverhältnissen und Stimmung der Gäste, wie der Tagesablauf sein wird. Türkise Badebuchten, weiße Strände und kleine, touristisch kaum erschlossene Buchten werden angesteuert, mit immer ausreichend Zeit für Badestopps.
Früh aufstehen, um keinen kostbaren Moment zu verpassen
Bereits während unseres köstlichen Eröffnungs-Dinners entstehen ausgiebige Gespräche, die bei einigen bis spät in die Nacht andauern. Am nächsten Morgen sind alle bereits früh auf den Beinen, um keinen kostbaren Moment zu verpassen. Bevor wir das erste Mal ablegen, bespricht der Kapitän mit uns die anstehende Route. Da an dem Tag wenig Wind erwartet wird, verspricht der anstehende Tag ein sehr entspannter zu werden. Nach dem Ablegemanöver machen es sich einige der Reisegäste bereits auf den bequemen Deckchairs oder auf den sonnenwarmen Holzplanken gemütlich. Obwohl die Segel noch nicht gesetzt sind, treibt das Boot fast geräuschlos durch das blaue Meer und wir genießen beglückt die Aussicht auf die traumhafte Kulisse. Wir sehen die zerklüftete mallorquinische Nordküste mit ihren luxuriösen Anwesen und einsamen, idyllischen Buchten. Nach einer kurzweiligen Fahrt steuert unser Kapitän bereits die erste einsam gelegene Badebucht an. Aufgeheizt von der Sonne springen die meisten von uns in das kühle türkisfarbene Meer.
Vorzügliche, leichte Mahlzeiten aus frischen Zutaten
In den kommenden Tagen frischt der Wind auf, sodass die Crew erstmalig die Segel setzt. Einige freiwillige Helfer legen beim Trimmen der Segel mit Hand an, was von den anderen Mitreisenden bewundert wird. Bei ausreichender Windstärke kommt für die Sailing-Vessel sanfte Schräglage auf und das Schiff liegt ruhig im Wind – wir sind begeistert! Wir als Genuss-Segler liegen in der warmen Mittagssonne und beobachten die Arbeit der Segelcrew, die so dezent und eingespielt vonstatten geht, dass sie uns niemals von einem kleinen Schläfchen an Deck abhält. Der Koch bereitet währenddessen unter Deck unsere vorzüglichen leichten Mahlzeiten mit Zutaten vor, die er zuvor frisch an Land eingekauft hat. Vorzügliche Weine stehen immer gut gekühlt bereit. Der „Sundowner-Coctail oft the day“ leutet immer um 18:00 Uhr den gemütlichen Abend ein.
Man kann sich nicht sattsehen an den unberschreiblichen Ausblicken
Das Miteinander unter der Crew und den Reisegästen ist herzlich. Es entstehen gute Gespräche, ohne „Grüppchenbildung“. Die gelöste Stimmung an Bord lässt sehr schnell den Alltag vergessen. Wenn das Schiff vor Anker liegt, besteht immer die Möglichkeit, mit dem Beiboot an Land gebracht zu werden. Die meisten nutzen gerade diese Option auf Menorca, um die bekannteste Disco des Mittelmeers „Cova d´en Xoroi“ zu besuchen. Diese Höhlendisko thront ca. 50 Meter über dem Meer. Die ganze Nacht hindurch fährt ein Besatzungsmitglied kleine Gruppen wieder zurück an Bord. Trotzdem bleiben viele der Gäste bei den meisten Landausflugsoptionen gerne an Bord und genießen einfach nur den Komfort und die Ruhe unseres Zweimasters. Man kann sich nicht sattsehen an den unbeschreiblichen Ausblicken, der Weite und dem ausschließlich sternenklaren Nachthimmel. Der Abreisetag rückt immer näher und alle aus der Gruppe schmieden bereits Pläne für kommende Reisen mit der Chronos. Wir alle sind verzaubert von der einzigartigen Art zu reisen und verabschieden uns mit gemischten Gefühlen. Überglücklich über die zurückgelegte Reise und voller Wehmut, nun von Bord gehen zu müssen. Bis auf bald…?
Von Sven-Markus Bentz
Reisezeitraum Juli 2015
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